Geschichte des 3D Drucks

Anfänglich hatten die Entwickler der additiven Fertigung ursprünglich lediglich die vereinfachte Herstellung von Prototypen im Sinn. Bereits 1981 veröffentlicht in Japan Hideo Kodama einen Bericht über die Möglichkeit zum schichtweisen „Rapid Prototying“ unter Verwendung von Polymeren.

Drei Jahre später stellte Charles Hull schließlich die Stereolithografie vor. Hierbei wird ein flüssiges Photopolymer verwendet, das unter Lichteinwirkung aushärtet. Ein UV-Laser erzeugt so Schicht für Schicht das Modell im Polymerbad.

1992 brachte Hulls Firma „3D-Systems“ mit der selektiven Lasersintermaschine (SLS) eine verbesserte Technologie auf den Markt, bei der nunmehr der Laser das Modell in einem Pulver erzeugte. Nach wie vor waren die Geräte enorm teuer und die Qualität der Ergebnisse bot noch viel Raum für Verbesserung.

Die Nullerjahre

Zur Jahrtausendwende begann die medizinische Forschung die Möglichkeiten des 3D-Drucks zu erkennen. Der Damm war gebrochen, nachdem eine im 3D Druck erzeugte Struktur einer menschlichen Blase, auf der Zellen eines Patienten angesiedelt worden waren, dieser als funktionierendes Organ erfolgreich implantiert worden war. Bald folgten Miniaturen und Prothesen aller Art. Die Entwicklung der Bioprint-Methode, unter Verwendung ausschließlich menschlicher Zellen, war die logische Konsequenz.

Auch das Interesse der Open Source Community war jetzt geweckt. Der von einer Initiative um Dr. Adrian Bowyer entwickelte 3D-Drucker „Darwin“ stellte 2006 erstmals selbst ein Bauteil her, dass ihm anschießend eingebaut wurde. 2008 war er in der Lage, alle seine Kunststoffteile selbst zu produzieren. Es entstand ein Netzwerk von Druckern auf der ganzen Welt, die es überall Menschen ermöglichen, ihre Ideen Realität werden zu lassen.

Die Industrie zog nach und so vollzog sich die Demokratisierung auch im kommerziellen Sektor. Die Geräte wurden erschwinglicher und rentabel. Der Weg für die industrielle Massenfertigung im 3D-Druckverfahren war nun geebnet. Das Startup „Objet“ brachte ein Gerät auf dem Markt, dass unterschiedliche Materialen drucken konnte und es entstanden Plattformen wie „Shapeways“, wo Austausch und Produktion im 3D-Verfahren Hand in Hand gehen.

Stürmische Weiterentwicklung bis heute

Die Kosten für 3D-Drucke sinken seither kontinuierlich. Immer neue Bevölkerungsgruppen erhalten Zugang zu den Technologien. Immer präzisere und robustere Werkstücke entstehen aus immer mehr Materialien. Schmuck, Autos, Lebensmittel oder Flugzeuge und sogar Häuser – der Phantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt.